Wissenswertes | veröffentlicht am 10.Nov. 2025

OpenTechCloud – Wenn Consumer-Hardware Forschung antreibt

Im vergangenen Jahr hat die OpenTechCloud gGmbH ein außergewöhnliches Projekt umgesetzt: den Bau eines Hochleistungsservers aus handelsüblicher Consumer-Hardware. Ziel war es, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie Forschungseinrichtungen eine realistische, kostengünstige und dennoch leistungsstarke Alternative zu teuren Enterprise-Servern zu zeigen.

Warum eine passgenaue Alternative?

Viele Unternehmen und Institutionen stehen vor demselben Problem: moderne CAD/CAM-, Simulations- oder Visualisierungssoftware benötigt enorme Rechenleistung – doch klassische Serverlösungen sind sehr kostenintensiv.  Für viele Unternehmen ist das schlicht nicht finanzierbar.

Die OpenTechCloud wollte beweisen, dass es auch anders geht. Mit dem gezielten Einsatz von High-End-Consumer-Hardware, cleverer Virtualisierung und Redundanzkonzepten, wurde ein System entwickelt, welches der Leistung einer herkömmlichen Enterprise-Server-Lösung in nichts nachsteht – und das zu einem Bruchteil der Kosten.

Das Rückgrat unserer Serverinfrastruktur

Der Prototyp basiert auf einem AMD Threadripper Pro 7995WX mit 96 Kernen, zwei NVIDIA RTX 5090 Grafikkarten und 256 GB DDR5-Arbeitsspeicher. Damit erreicht das System eine Rechenleistung von bis zu  210 TFLOPS – also mehr als viele professionelle Serverlösungen.

 

Das Ergebnis: Viel Leistung für wenig Geld

Das Ergebnis ist beeindruckend:

  • Bis zu 60 % Kosteneinsparung gegenüber herkömmlichen Systemen
  • 30 % höhere CPU-Performance bei grafiklastigen FP32-Berechnungen
  • Hohe Energieeffizienz durch adaptive Leistungssteuerung
  • Hohe Verfügbarkeit im Clusterbetrieb

Diese Kombination aus Leistung und Wirtschaftlichkeit ermöglicht es KMU erstmals, Cloud- oder On-Premise-Systeme zu betreiben, die bisher nur großen Unternehmen vorbehalten waren. Durch den Einsatz von Open-Source-Tools wie Proxmox VE, Grafana oder Duplicati bleibt die Lösung zudem vollständig transparent und unabhängig von kommerziellen Lizenzmodellen.

Was bedeutet das für KMU?

Diese Technologie hat das Potenzial, nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit vieler kleiner und mittlerer Unternehmen zu stärken, sondern auch ihre CAD/CAM-Prozesse, Simulationen oder Render-Prozesse in Zukunft intern zu betreiben, ohne dabei von kostspieligen externen Cloudanbieter abhängig zu sein. Gleichzeitig eröffnet sich hierbei eine einmalige Chance für die Forschung: Rechenleistung aus Consumer-Hardware kann über die OpenTechCloud flexibel sowohl für Hochschulen als auch für Forschungseinrichtungen, als Teil eines offenen Wissenstransfers, bereitgestellt werden.

Eine einzigartige Lösung

Die entwickelte Serverstruktur ist in dieser Form nicht marktüblich. Die Kombination aus Consumer-Hardware, Hochleistungskühlung, Virtualisierung und Clustering stellt ein einzigartiges Konzept dar, das eine Synergie zwischen Technologie und Gemeinnützigkeit hervorbringt.

Während herkömmliche Anbieter auf geschlossene Systeme setzen, verfolgt die OpenTechCloud den entgegengesetzten Weg: Offenheit, Transparenz und Nachhaltigkeit.

Ein Blick in die Zukunft

Das Projekt dient als Pilot für weitere Vorhaben. Derzeit werden neue Systeme geplant, die auf ähnlicher Basis unterschiedliche Forschungsschwerpunkte abdecken sollen – etwa im Bereich KI-Training, Strömungssimulation oder Fertigungsautomatisierung.

Damit leistet die OpenTechCloud nicht nur einen Beitrag zur technischen Innovation, sondern auch zur Chancengleichheit im digitalen Zeitalter. Forschung und Mittelstand sollen künftig unabhängig von finanziellen Hürden auf leistungsfähige Rechenressourcen zugreifen können.

Fazit:

Mit dem Bau des ersten OpenTechCloud-Servers aus Consumer-Hardware hat die gGmbH bewiesen, dass moderne Hochleistungstechnologie nicht teuer sein muss. Diese Lösung ist ein Paradebeispiel dafür, wie offene Innovation, technisches Know-how und Gemeinnützigkeit zusammenwirken können, um den Mittelstand zu stärken und Forschung zu fördern.